Einstieg & Motivation

Warum ein Fisting-Club? 

Wer fistet, kennt das: Man redet drüber – aber meistens mit denselben drei, vier Leuten. Der Rest der Welt zuckt zusammen, dreht den Kopf weg oder macht einen schlechten Witz. Genau das ist das Problem.
Eine Praxis, die in der Realität tausendfach gelebt wird, hat in Politik, Medizin und Öffentlichkeit kaum eine Stimme. Das macht uns angreifbar – gesundheitlich, rechtlich und gesellschaftlich. 

Ein Fisting-Club ist die Antwort darauf. Nicht als Hinterzimmer-Treff, sondern als sichtbare, organisierte Struktur.
Ein Verein, der Wissen bündelt, Aufklärung betreibt, Räume schafft und nach außen für die Interessen der Community spricht. Kurz: Der Unterschied zwischen „ein paar Jungs treffen sich“ und „eine ernstzunehmende zivilgesellschaftliche Stimme“. 

Was ein Club konkret leistet

  • Aufklärung auf Augenhöhe: medizinisch fundiert, ohne moralischen Filter, ohne Klinikjargon.  Wer wissen will, wie man’s richtig und sicher macht, findet Antworten – nicht Tabuzonen. 
  • Schutzraum: Workshops, Stammtische, geschlossene Veranstaltungen, Peer-to-Peer-Beratung.
    Wo es sonst nur Pornoclips und Forumsschnipsel gibt, entsteht echte Community. 
  • Sichtbarkeit nach außen: gegenüber Medien, Politik, Behörden, Gesundheitssystem. Ein eingetragener Verein wird ernst genommen – ein loser Freundeskreis nicht.  
  • Strukturförderung: Förderanträge, Spenden, Kooperationen mit Aidshilfen, Checkpoints, Pride-Organisationen. Das geht nur mit Rechtsform. 
  • Nachwuchs- und Anfängerarbeit: jemand, der einsteigt, sollte nicht auf Telegram-Gruppen oder zwielichtige Profile angewiesen sein, um Grundlagen zu lernen. 

Argumente, die Du wahrscheinlich hören wirst – und unsere Antworten

„Das ist doch viel zu nischig.“ Ist es nicht. Fisting wird in jeder einzelnen Großstadt von tausenden Menschen praktiziert –nur eben unsichtbar. Genau diese Unsichtbarkeit ist der Grund, warum es so wenig vernünftige Aufklärung gibt.
Ein Club ändert das. 

„Wir machen uns damit angreifbar.“ Das Gegenteil ist der Fall. Eine eingetragene, gemeinnützige Organisation hat einen anderen Stand vor Behörden, Banken und Vermietern als ein loser Zusammenschluss. Sichtbarkeit schützt – Schweigen nicht. 

„Das Thema ist zu sensibel für einen Verein.“ Aidshilfen, Drogenberatungen, Sexarbeiter:innen-Verbände, BDSM-Vereine – alle haben den gleichen Vorbehalt überwunden. Wir sind nicht die ersten, die schwierige Themen organisiert vertreten. Wir sind nur etwas später dran. 

„Ich hab keine Zeit für Vereinskram.“ Verstanden. Ein Verein lebt nicht von einer Person, die alles macht –sondern davon, dass mehrere Leute jeweils einen kleinen Teil übernehmen. Genau dafür gibt es Vorstand, Beiräte, 
Arbeitsgruppen. Und genau dafür gibt es uns: Wir liefern Vorlagen, Beratung und Strukturen, damit Du nicht bei null anfängst. 

Ein Fisting-Club ist keine Selbstdarstellung. Er ist Infrastruktur – für Aufklärung, Schutz und Gemeinschaft. Wer einen gründet, baut keine Bühne für sich selbst, sondern ein Fundament für andere.

Häufig gestellte Fragen: Warum ein Verein und nicht einfach ein loser Kreis?

Diese Fragen kommen in fast jedem Erstgespräch mit Gründungsinteressierten. Wir haben sie hier so beantwortet, wie wir sie auch persönlich beantworten würden – knapp, direkt und ohne Vereinsmeier-Jargon. 

Rechtsform und Status

Brauche ich überhaupt einen Verein? Geht’s nicht auch ohne? 

Klar geht’s ohne – am Anfang. Sobald Ihr regelmäßig Termine macht, Geld einnehmt (auch nur für Räume), Material kauft oder öffentlich auftretet, lohnt sich die Vereinsstruktur. Nicht aus Bürokratie-Liebe, sondern aus Selbstschutz: Ohne juristische Person haftet jede beteiligte Privatperson  mit dem eigenen Vermögen. 

Was ist der Unterschied zwischen einem eingetragenen und einem nicht eingetragenen Verein? 

Der eingetragene Verein (in DE: e.V., in AT: ZVR-eingetragen, in NL: formele vereniging usw.) ist  eine eigene juristische Person. Der nicht eingetragene Verein ist eine Personenvereinigung, bei der die Mitglieder gesamtschuldnerisch haften. Für seriöse Aufklärungsarbeit sollte es immer die eingetragene Variante sein. 

Warum muss man gemeinnützig sein? Reicht nicht der Vereinsstatus allein? 

Reicht aus – wenn Du keine Spendenbescheinigungen ausstellen, keine Förderungen beantragen und keine steuerlichen Vorteile genießen willst. Realistisch betrachtet: Ohne Gemeinnützigkeit fällt der finanzielle Spielraum Eures Clubs deutlich kleiner aus. Die Hürde ist nicht hoch – aber die Satzung muss stimmen. 

Können wir auch eine GmbH oder UG gründen? 

Theoretisch ja, praktisch nein. Eine gemeinnützige GmbH ist möglich, aber bei einer reinen Aufklärungs- und Community Organisation ist sie überdimensioniert: Stammkapital, Notar, Handelsregister, Geschäftsführerhaftung, Bilanzpflicht. Der Verein passt zu Eurem Zweck deutlich besser. 

Haftung und Risiko

Hafte ich als Vorstand persönlich, wenn was schiefgeht? 

Im Normalfall: nein. Der Vereinsvorstand handelt für den Verein, nicht für sich. Persönliche Haftung trifft Vorstandsmitglieder nur bei grober Pflichtverletzung etwa wenn Steuern bewusst nicht abgeführt oder Sozialversicherungsbeiträge unterschlagen werden. Bei normaler, sorgfältiger Arbeit besteht kein erhöhtes Risiko. Eine D&O-Versicherung schützt zusätzlich. 

Was passiert, wenn bei einer Veranstaltung jemand verletzt wird? 

Genau dafür gibt es die Vereinshaftpflicht. Sie deckt Personen- und Sachschäden ab, die im Zusammenhang mit Vereinsaktivitäten entstehen. Für Workshops mit Körperkontakt empfehlen wir zusätzlich eine Veranstalterhaftpflicht. Die Beträge liegen typischerweise bei 200–500 € jährlich – gut investiertes Geld. 

Können wir vom Finanzamt geprüft werden? 

Ja – wie jeder gemeinnützige Verein. Üblicherweise alle drei Jahre, manchmal auch in größeren Abständen.
Die Prüfung ist Routine: Satzung, Mittelverwendung, Tätigkeitsberichte. Wenn Du sauber buchhaltest und Eure Aktivitäten zum Vereinszweck passen, ist das kein Drama, sondern ein Termin im Kalender. 

Wir wollen aber keine Mitgliederliste an Behörden geben. Geht das? 

Vollständige Anonymität geht nicht – Vereinsbehörden müssen den Vorstand kennen, das Finanzamt sieht Eure Mitgliedszahlen. Aber: Mitgliederlisten werden nicht öffentlich gemacht und nicht weitergegeben. 

Eintragungspflichtig sind nur Vorstandsmitglieder. Datenschutz ist machbar. 

Geld und Finanzen

Wie viel Geld braucht man für die Gründung? 

Je nach Land zwischen 0 € (Schweiz, Dänemark, Schweden) und ca. 600 € (NL mit Notar, IT mit Notar). Die meisten EU-Länder liegen bei 50–150 €. Fist Club Europe e.V. erstattet Eintragungs- und Notarkosten 1:1, also fällt für Euch effektiv nichts an. 

Wer entscheidet, wie das Geld des Vereins verwendet wird? 

Der Vorstand im Tagesgeschäft, im Rahmen des durch die Mitgliederversammlung beschlossenen Haushalts. Für größere oder ungewöhnliche Ausgaben braucht es Vorstandsbeschlüsse, die protokolliert werden. 

Mitglieder können bei der jährlichen Versammlung den Vorstand entlasten oder eben nicht. 

Können wir Mitgliedsbeiträge nehmen? Wie hoch? 

Ja, das ist sogar üblich. Höhe wird in einer separaten Beitragsordnung geregelt (nicht in der Satzung –sonst muss bei jeder Anpassung die Satzung geändert werden). Typisch sind 24–60 € jährlich 
für ordentliche Mitglieder, ermäßigte Tarife für Studierende oder Geringverdienende, höhere Beiträge für Fördermitglieder. 

Können wir Workshops oder Materialien verkaufen? 

Ja, im Rahmen eines sogenannten Zweckbetriebs (DE) bzw. begünstigten wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs (AT) –wenn die Tätigkeit unmittelbar dem Vereinszweck dient. Reine Verkaufsaktionen ohne Bezug zum Zweck können steuerpflichtig werden, gefährden aber nicht die Gemeinnützigkeit, solange sie untergeordnet bleiben. 

Praktisches

Können wir den Verein anonym führen? 

Vollständig anonym geht nicht. Vorstandsnamen sind im Register einsehbar. Für Mitglieder gilt das nicht. Wer öffentlich keine Rolle spielen möchte, kann Fördermitglied werden, im Beirat sitzen oder rein operativ mitarbeiten – ohne Vorstandsamt. 

Was, wenn niemand bei uns Vorstandserfahrung hat? 

Macht nichts. Wir liefern Vorlagen, ein Onboarding-Gespräch und Mustertexte für die ersten Vostandssitzungen.
Vereinsführung ist nicht raketenwissenschaftlich -in jedem Sportverein,jedem Kulturverein machen das ehrenamtliche Menschen ohne juristische Ausbildung. Geht. 

Müssen wir regelmäßig Veranstaltungen machen? 

Ihr müsst Eurem Vereinszweck nachgehen, in welchem Rhythmus auch immer. Ein Verein, der zwei Jahre lang gar nichts tut, kann Probleme mit der Gemeinnützigkeit bekommen. Aber „aktiv“ heißt nicht „wöchentliche Events“ –auch ein gut gepflegter Wissensbereich, regelmäßige Newsletter und ein paar Workshops pro Jahr reichen aus. 

Können wir auch Online-Vereine sein, ohne festen Ort? 

Der Verein muss einen Sitz haben (Adresse), aber die Aktivitäten können komplett online stattfinden. Webinare, Online-Beratung, ein Wiki mit Aufklärungsinhalten – alles legitime Vereinstätigkeit. Manche unserer Schwesterclubs haben kaum physische Treffen und sind trotzdem extrem aktiv. 

Was, wenn der Vorstand zerstritten ist oder Mitglieder austreten? 

Standardrisiko jeder ehrenamtlichen Organisation. Die Satzung sieht klare Mechanismen vor: außerordentliche Mitgliederversammlung, Neuwahlen, Schlichtungsstellen. Solange die Mindestmitgliederzahl gewahrt bleibt, kann der Verein jede personelle Krise überstehen. Wir helfen, falls’s klemmt. 

Verbindung zu Fist Club Europe e.V. 

Müssen wir uns Fist Club Europe e.V. anschließen? 

Müsst Ihr nicht – aber es lohnt sich. Eigenständige Vereine bleiben juristisch unabhängig, profitieren aber von Mustersatzung,Fördergeldern, Vorlagen,Trainings, Sichtbarkeit im Netzwerk und gemeinsamer Lobbyarbeit. Ihr könnt jederzeit aussteigen oder als reine Schwesterorganisation kooperieren. 

Verlieren wir unsere Eigenständigkeit, wenn wir uns anschließen? 

Nein. Jeder lokale Club bleibt eigene juristische Person mit eigenem Vorstand, eigener Satzung, eigenem Konto, eigener Strategie. Die Verbindung zu Fist Club Europe e.V. ist organisatorisch und ideell, nicht hierarchisch. Es gibt keine Weisungsbefugnis nach unten. 

Wer kann überhaupt Mitglied bei Fist Club Europe e.V. werden?

Ordentliche Mitglieder mit Stimmrecht sind grundsätzlich Organisationen, juristische Personen und  rechtsfähige Initiativen,die die Vereinsziele aktiv unterstützen und zur Verwirklichung beitragen. Natürliche Personen können in begründeten Fällen ebenfalls als ordentliche Mitglieder aufgenommen werden – nämlich dann, wenn sie in besonderem Maße inhaltlich oder strukturell mit dem Vereinszweck verbunden sind. Daneben gibt es 
Fördermitgliedschaften (für Personen oder Organisationen, die den Verein finanziell unterstützen wollen, ohne Stimmrecht) und Ehrenmitgliedschaften für Menschen, die sich besonders um den Verein verdient gemacht haben. Über jeden Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand. 

Wir sind erst mal nur ein paar Leute in einer Stadt – können wir trotzdem mitmachen? 

Ja. Auch ohne eigene Vereinsstruktur könnt Ihr als Ortsgruppe oder Kontaktstelle unter dem Dach von Fist Club Europe e.V. sichtbar werden – auf der Weltkarte, im Netzwerk, mit Zugriff auf Materialien und Beratung. Sobald die Gruppe sich konsolidiert und idealerweise als rechtsfähige Initiative oder Verein organisiert hat, ist auch der Schritt  zur ordentlichen Mitgliedschaft möglich. Einzelpersonen,die uns persönlich unterstützen möchten, sind über die  Fördermitgliedschaft willkommen.